Das Ende vom Lied? Bestandsaufnahme Netlabels

Die beiden Creative Commons Warriors vom Kleinen grünen Würfel – Frank Christian Stoffel und Marco Trovatello haben für die Kölner Stadtrevue einen sehr lesenswerten Artikel zum aktuellen Stand der Netlabel-Szene veröffentlicht. Natürlich ist dieser Artikel nur ein kleiner Anriss zu einem Thema, bei dem man ganz weit ausholen kann und müsste. Ich tauche darin auch auf, mit zwei Statements, von denen ich eines noch etwas ausführlicher darstellen mag.

rantadi stellt die Gretchenfrage: »Ist den Musikern die Musik nicht mehr wert, als eine billige Fan-Page beim blauen Riesen?« Und führt weiter aus: »Dass man bei Bandcamp nur unter schwierigsten Bedingungen Creative-Commons-Releases findet und ewig lange suchen muss, macht diese Plattform für mich unbrauchbar.«

Ja Bandcamp ist zum Auffinden von Creative Commons Tunes tatsächlich fast unbrauchbar. Und ja, mir ist bekannt, dass man auf der Plattform nach eben diesen besagten Tag suchen kann. Doch schaut Euch dort mal selbst um, wie viele CC Releases von dem Uploader mit diesem Tag versehen sind. Gefühlt, sind das nicht mehr als 10 Prozent. Da das Label oder der Künstler beim Upload einer Veröffentlichung die entsprechende Lizenz ja angeben muss, wäre es doch ein Kinderspiel für Bandcamp eine Suche – genau nach Lizenz – zu implementieren, so wie das zum Beispiel bei Flickr der Fall ist. Ebenso könnte Bandcamp beim Upload die Lizenz automatisch in einen Tag umwandeln. Machen die aber bis dato – warum auch immer – nicht.

Wenn Ihr das auch unterstützen würdet oder wollt, dann schreibt doch Bandcamp bitte einfach mal an. Vielleicht helfen viele Mails und das Feedback diesbezüglich weiter. Die Mail Addy findet Ihr hier ganz unten. Vielen Dank!

Der erste Teil des Statements oben, stammt aus meinen Beitrag – Netlabels im Web – vom letzten Jahr und ist dort ein wenig näher beleuchtet.

Netaudio Memories #3

1bit Wonder war bis 2008 das Aushängeschild der Leipziger Netaudio Szene. Das großartige Netlabel, um Steffen Bennemann und Mirko Schmidt (Latex Distortion) brachte so einige Perlen ans Licht und erhielt dafür völlig berechtigt die besten Kritiken und viel Lob im Netz.  Das für mich wunderbarste Album kam im Sommer des Jahres 2007 heraus. “Come with me” von Frank Molder schickte mich des öfteren auf die schönsten Kopfkino Filme die man sich so vorstellen kann. Es lief sehr häufig in meinem Player und das auch heute noch!

Frank Molder – Orbital Movement

Vor ungefähr 5 Jahren hatte ich Frank Molder dann mal angeschrieben, da er auf seiner Website andeutete, an einem neuen Album mit den Namen “Tibet” zu arbeiten. Er sendete mir darauf hin auch ein paar Snippets zu, die für meinen Geschmack sehr verheißungsvoll gewesen waren. Leider hat es mit einer Veröffentlichung des Albums aber irgendwie nicht geklappt und seine Site weist seit geraumer Zeit nur noch auf die Diskografie hin. Schade, doch vielleicht kommt es irgendwann, völlig überraschend einfach mal so um die Ecke.

Frank Molder – 16 Seconds

Das Frank Molder Album und den gesamten Release-Katalog könnt Ihr auf der Website von 1bit-Wonder immer noch downloaden. Ich hoffe, dass das noch lange der Fall sein wird – der Erinnerungen wegen – und ich wäre sehr interessiert daran, zu erfahren, wie hoch denn noch heute die Downloadzahlen für die VÖ´s sind. Vielleicht kann das ja der “Benne” auflösen.

Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

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Risikogruppe – GDS.FM – Setblock #12

Auf GDS.FM “Zürich´s Radio gegen den Strom” hat der liebe Paco, besser bekannt, als Risikogruppe, einmal im Monat eine Radiosendung, die er hostet.  Zu seinen chilligen und liebevollen Sets, die er vom Genre her, meist selbst als Valium House bezeichnet, muss man eigentlich nix weiter mehr sagen. Sie sind einfach eine Klasse für sich.

Der Februar Mix dieser Radio-Sendereihe lässt sich allerdings nicht diesem Genre zuordnen. Vielmehr lag der Fokus hier auf dem griechischen Producer Nikosf. wie die Tracklist verrät. Und das ist gediegener Deep/Dubtechno Sound!

Direktlink

Tracklist:

Nikosf. – A Woman’s Nature
Upwellings – First Storm
Nikosf. – A Matter Of Shape
Nikosf. – Interpersonal Communication
Mr. Bizz- Idea
Nikosf. – The Park From Above
Yone B – L’Heure Bleue (Nikosf. L’Heure Photographique Remix)
Doyeq – Frame
Upwellings – Remember Donau
Nikosf. – Our Road Home
Oleg Soul – Living Substance
Mephia – Solitude
Martin Nonstatic – Far Away

Seine nächste Show läuft dann am 19.03.15 von 20-21.00 Uhr.

Exposures by Dt-90 (Energostatic Records)

Das Energostatic Kollektiv aus Kiew, hat mal wieder ein Newcomer Projekt an Land gezogen. Dt-90, das sind die beiden Italiener mit den wohlklingenden Künstlernamen Monph & Modublar. Ihre Debut EP “Exposures” bringt uns ein Ambient-Dub Tune als Intro und drei Dubtechno Tracks, die man sich insgesamt ganz gut anhören kann. Hier jetzt der Intro Track, der ein mächtiges Klangfeld aufbaut und mein Favorite “Iris51″.

Free Download per Bandcamp oder auf der Netlabel-Page , die seit neuestem leider etwas minimalisitischer am Start ist. Ich mochte den vorherigen Weltraum-Background und die komplette Release Sektion. Nun kann man den gesamten Katalog lediglich auf Archive.org finden. Umständlich.

Lizenz: CC BY-NC-ND 3.0

Dreaming You

Iris51

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Avguchenko – Deep in the Forest Thickest (Album)

Tief im Dickicht des Waldes oder “In des Waldes Dickicht”. Also auf Deutsch hätte so ein Album-Titel auch seinen Reiz, wobei ich jetzt davon ausgehe, dass “Thickest” das Wort Dickicht bedeuten soll. Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um den ersten Longplayer des Deeptakt Labels vom russischen Producer Andrey Avguchenko. Auf diesem befinden sich 9 bezaubernde und stimmige Tracks, die gut produziert, so richtig schön Deep and Dubby daher kommen. Lediglich der Outro Tune “Hope is never Dies” fällt am Ende ein wenig (positiv) aus der Reihe. Mir gefällt da diese Wandlung vom Dubtune zu nem schönen Piano Finale. Nice!

Im Dickicht ist es in der Regel immer recht dunkel, kühl und melancholisch. Dieses Album ist das Gegenteil davon, wodurch sich mir der Titel nicht ganz erschließt. Schon der Intro Track “Dead Wood” klingt alles andere als tot. Da sehe ich eher einiges an Gewusel am Boden vor mir und auch die Folge-Tunes “Drop in the Cave” und “Sky is Crying” vermitteln mir eher Gute Laune und Aufbruchstimmung bei einem Tanz auf der hellen Waldlichtung. Der “Cold Fish” aus dem kleinen Bach neben der Lichtung passt dann, bevor mir die “Naked Sun” wieder das Lächeln ins Gesicht zaubert. Nunja, das Spiel könnte man so weiter treiben.. Der Longplayer ist klasse und an den Track-Titeln arbeiten wir noch ein wenig.

Das Album gibt es als CD (mit ner super Artwork, wie vom Alex gewohnt) oder per Digital Download auf der Bandcamp Page von Deeptakt.

Wer mehr von Avguchenko hören mag, kann sich beim Kosmo Netlabel oder bei City Zen Digital umschauen.

 

Echogarden Podcast 002 by Salz

Die beiden Kölner – ja man kann sagen – Ikonen Axel Erbstößer and Emanuel Geller aka Salz mischen die neueste Ausgabe der noch recht frischen Echogarden Podcast Reihe und legen dabei eine gediegene Tracklist hin. Klasse Teil!

Der Podcast selbst, dürfte künftig immer 1x im Monat mit einem Set am Start sein, welches dann innerhalb der Echogarden Radio Show auf Sceen.FM auch live zu hören ist. Die Radiosendung wird gehostet von der lieben ColtEP und Wenzel Mehnert. Hier bei Hearthis.at kann man die erste Sendung nachhören.

Direktlink

Tracklist:

01) Speedy J – Lanzarote
02) Sven Weisemann – Elution
03) Textural Being – Safe Places
04) Rhythm & Sound – Spend Some Time (Version)
05) Stefan Gubatz – Radio
06) Cosmic Sandwich – Someday (Salz Dub)
07) Salz feat. Amt Ibrahim – Honey Be Good (Dub Mix)
08) Modell 500 – Starlight
09) Sanasol – Feelorama
10) Piemont – Running Mirror (Salz Dub)
11) Salz – 2000 (Dub)
12) Rhythm & Sound – See Me Jah (Basic Reshape)
13) Cio Dor – Ur
14) SpaceTimeContinuum – Transmitter
15) Paperclip People – Basic Reshape
16) Infinity – Game One
17) Imap – Headroom
18) Deepchild – Backroom (Salz Dub)
19a) Julia Messenger – Myami Sumi (Salz Dub Interlude)
19b) Julia Messenger – Myami Sumi (Rubbasol Remix)
20) Sly & Robbie – My Bed Is Too Big (Dubmix)
21) Local Heroes – Oppression Style
22) Salz – O 55

http://www.echogarden.net/

Sraunus – Season 1 (Album)

To remember Summer

A-1032357-1263406407.jpegMehr kann der Album Beschreibung zu “Season 1″ nicht entnommen werden und doch sagt dieses kurze Statement eigentlich alles, wenn man sich mit Sraunus gemeinsam, auf den knapp einstündigen Flug durch Raum und Zeit begibt. Schon mit dem gefühlvoll deepen Dubtechno Opener “Vienuolio” lässt der Hörer seinen aktuellen Ort des Geschehens weit hinter sich und sieht die wunderbarsten Bilder an sich vorüberziehen. Immer wieder kommt diese Stimme: Halt’ den Moment fest! Doch nach den reichlich 10 Minuten läuft im Kopfkino mit dem Track “Slunce Radar” bereits der nächste Film. Erst im Anschluß daran, wird man bei “Summer Think” durch ein helles Echo Gewitter wieder etwas in die Realität zurückgeholt, bevor mit “Vacation Tech” dann zunächst ein soundtechnischer Break des Albums vollzogen wird. Weiter geht’s mit dem liebevollen Ambient-Dub Tune “Warm Night”, bei dem ich sicher nicht der einzige sein dürfte, der sich dazu einen der schönsten Sonnenuntergänge am Meer vorstellen kann. Ein kurzer Blick in die Tracklist zeigt, dass wir leider so langsam zum Finale kommen. Bei “Square Bird” holt Sraunus in über 15 Minuten Spielzeit noch einmal mit einem tief floatenden Dubtechno Track so richtig aus, nur um uns danach mit einen erneut fantastischem Ambient-Dub Tune zu umgarnen und mit der Stille am Ende des Albums Leere zu hinterlassen.

Kurz gesagt – Großartiges Album!

Sraunus releaste Season 1 im Januar selbst auf seiner Bandcamp Page, wo es per “Name your Price” erworben werden kann. Viel Spaß! Guten Flug!

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Netaudio Memories #2

Auch in dem zweiten Teil der Netaudio Memories bleiben wir im Jahre 2005. Eine Zeit, in der, der wunderbare Acid Sound schon längst aus den meisten Lautsprechern gewichen war und den eher minimalen Techno Tunes Platz schaffen musste. Doch da gab es diesen Andreas Seibel, der als Dataman in der Netaudio Szene ein bunter Hund und seines Zeichens Macher vom LegoEgo Netlabel war. Mit seinem Projekt “Nights in Ural” zeigte er, wie auch als Dataman selbst, dass Acid zwischen dem ganzen Geklicker und Geklacker der damaligen Ära immer noch hervorragend funktionieren konnte.

Nights in Ural – Silhouette der Nacht

“Geschichten der Heimat” so der Name der Projekt Debut-EP auf 2063music, war eine Hommage auf die Region, in der Seibel geboren war und für mich ein fantastischer Soundtrack auf so mancher, bitter kalten Winter-Nachtwanderung. Im Jahre 2007 verschwand dann Seibel aus meinem Fokus. Weder als Dataman, noch unter seinen anderen Projektnamen konnte ich Veröffentlichungen von Ihm entdecken. Keine Ahnung, woran das lag, doch schade war es allemal!

Für Dataman Fans besteht allerdings Hoffnung, wie man auf Soundcloud sehen kann. Da könnte in naher Zukunft durchaus mal wieder was kommen und Acid ist auch heute noch mit dabei, wie zum Beispiel beim Snippet P13.

Download der EP auf Archive.org
Lizenz: CC-BY-NC-ND 2.0

Nights in Ural – Spuren im Schnee

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Jozef Nemček – Quant Unreality (Deeptechno)

Das russische Feedoptions Netlabel geht einen etwas anderen Weg, als man es bei Creative Commons Tunes im Allgemeinen so gewohnt ist. Deren Releases gibt es nur per Pay Download, die dann aber mit der CC BY-NC-SA 3.0 Lizenz weiter genutzt und geteilt werden können. Die Qualität der bisherigen, sieben Veröffentlichungen ist hervorragend und die erst kürzlich erschienene “Quant Unreality” EP des Slowaken Jozef Nemcek ist ein schöner Deep Techno Trip, mit abwechslunsgreichen, elektronischen Spielereien. Die ersten beiden Tunes “Ekologic” und “Numbers” sind für die Tanzfläche konzipiert, die Nummern “Quant Chant” und “The Stelar Run” dagegen eher für den Hörgenuss auf der Couch.

Schönes Ding!

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via Dubtechnoblog

Corebird – Linux Twitter Client

corebirdImmer wieder gab es hoffnungsvolle Twitter Clients für Linux. Doch viel zu oft schliefen die Entwicklungen derer dann ein. Ob es an den recht strengen Twitter API Restriktionen oder an anderen Interessen der Programmierer lag, lassen wir mal offen. Neben Birdie – der bald in Version 2.0 erscheinen wird, gfeedlineTurpial und dem KDE Dauerbrenner Chokoq, wird nach meinem Kenntnisstand nur noch Corebird aktiv weiterentwickelt und letzterer ist unter der Gnome Desktop-Oberfläche der Client meiner Wahl. Corebird ist schlank, fügt sich wunderbar in Gnome3 ein und deckt meine Anforderungen an einen Twitter Client in Version 0.9 schon jetzt recht gut ab.

Is that a Brain in the Icon?
Yes

So die ausführlichen FAQ auf der Homepage des Entwicklers.

Was kann Corebird aktuell?

  • Multiple Accounts können angelegt werden
  • Mute Filter können erstellt werden
  • Profilbearbeitung ist direkt im Client möglich
  • Autoscroll bei neuen Tweets
  • Erstellen von Twitter Listen und alle sonstigen Standards
  • Retweets bei bestimmten Accounts deaktivieren
  • Anzeige, ob ein Account Dir folgt
  • Schön aussehen

Was kann Corebird nicht?

  • Ansicht von mehreren Spalten (was ich persönlich nicht benötige)
  • URL Shortener
  • Anpassbare Seitenleiste
  • Werbung anzeigen
  • Hässlich aussehen

Ich bin gespannt, wie es mit dem Corebird Client weiter gehen wird. Er ist für mich schon fast perfekt und es wäre schön, wenn ihm ein langes Leben zu Teil wird. In Fedora kann Corebird direkt aus den Standard Repositories heraus installiert werden. Für Archlinux gibt es ein AUR Package, bei OpenSuse dagegen ein etwas veraltetes Package. Unter Ubuntu könnt Ihr den Client ebenfalls installieren, müsst aber einige Gnome PPA’s hinzufügen. Nachfolgend noch ein paar Screenshots. Testet Corebird und liebt Corebird!