Biodub - Holmsund EP

Das Dubtechno Label Tiefenrausch Musik, legte im vergangenen Jahr eine Release-Pause ein. Mit der Holmsund EP des Hannoveraners Biodub, meldet man sich nun aber wieder zurück. Auf der EP befinden sich mit "Holmsund", "Udu" und "No Tumble Down" drei energiegeladene und gut für die Tanzfläche geeignete Dubtech Tunes. "Return of the Dead Rider" bringt uns dann am Ende etwas gemütlicher, schonmal den Sommer nahe. Schöne EP!

Artist: biodub.com
Label: tiefenrausch-musik.de



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Yagya - Old Dreams and Memories

Eine Portion Melancholie und Mystik zeichnet auf wundervolle Art und Weise schon immer die Bilder in der Musik des isländischen Produzenten Yagya. Sei es auf den alten Alben, die eher den ambientigen Dubtechno zugewandt waren oder hier, im neuen Longplayer "Old Dreams and Memories", der mit Piano, Streichinstrumenten und Saxophon wesentlich instrumentaler daherkommt. Veröffentlicht wurde das Album auf Yagyas neuen Label Small Plastic Animals und ist einfach nur gefühlvoll, liebevoll, traurig schön. Besondere Anspiel-Tipps sind die Stücke "Reminiscent", "Wandering in the Fog" und der Outro-Tune "Overflowing Darkness".

via Kraftfuttermischwerk



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ETUI - Winter Camp 5

Wie so meist, läutet die ETUI Winter Camp Compilation bereits den Frühling ein. Dann nämlich, hat man das Vinyl erst in der Hand. Unabhängig davon passt der Sound natürlich in jede Jahreszeit und ist auch in dieser fünften Ausgabe wieder ein wundervolles Gebilde zwischen Dub und Deep Techno. Highlights sind für mich die Tunes von Salzinger und Federsen.

Label: http://www.etui-records.de



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Es ist, wie es ist

Nachdem sich die erste Corona Schock-Starre in den letzten Tagen endlich etwas verflüchtigt hat, kam die Erinnerung hoch, dass ich doch so ein Blog besitze, dem man ruhig mal wieder ein paar Zeilen schenken kann. Gerade jetzt, wo man etwas mehr Zeit hat, ob der vielen Maßnahmen durch die Bundesregierung und die Einschränkungen, die das Leben aktuell so mit sich bringt.

Das neuartige Corona-Virus stellt unser aller Leben von Heute auf Morgen völlig auf den Kopf. Für den Einen mehr, für den Anderen weniger hart. Was heute noch Bestand hatte, ist bereits Morgen schon Makulatur und wird von den sich überschlagenden Nachrichten überholt.

Es ist nun fast 20 Jahre her, dass ich nach Hannover zog und in dem kleinen Reisebüro in der niedersächsischen Hauptstadt angeheuert hatte. Wir sitzen hier zu zweit, vermutlich aber wohl nicht mehr lange. Durch die weltweiten Reisebeschränkungen ist uns jegliche Geschäftsgrundlage genommen worden. Die Reisen, die wir im vergangenen halben Jahr für unsere Kunden vermittelt und gebucht haben, werden jetzt von den großen Veranstaltern storniert. Verdienst? Null. Und Neu-Buchungen für die Zukunft kommen natürlich aktuell auch nicht rein. Kann ja keiner planen und wissen, wie es weiter geht. Von daher habe ich mental bereits abgeschlossen. War ne tolle Zeit, aber die wird - alles andere würde mich überraschen - wohl nicht weiter gehen, auch wenn mein Boss versucht, zu kämpfen. Es wird sich nach der Krise in der Touristik sowieso einiges verändern, inklusive erwarteter Pleitewellen. Die Art zu Reisen wird ganz anders werden. Vielleicht bewusster, vielleicht sogar deutlich teurer. Für die Umwelt und für uns, als Gesellschaft sogar eine mehr, als gute Chance, die man ergreifen sollte. Der Over-Tourismus soll und muss endlich aufhören!

Vorgestern traf ich beim Joggen in der Eilenriede einen sächsischen Landsmann, der mit seinem Hund Gassi ging und natürlich den korrekten Sicherheitsabstand zu mir einhielt. Er rief mir zu: Ja Mario, so schnell geht das und wir Ossis befinden uns wieder in geschlossenen Grenzen. Für den Rest des Laufes ging mir dieser Satz nicht aus dem Kopf und ich erschrak ein wenig, wie schnell ich mich doch mit dieser aktuellen Situation bereits arrangiert habe. Nicht nur die geschlossenen Grenzen, Social Distancing, Kind zu Hause - keine Schule, Frau zu Hause - Laden geschlossen - Kurzarbeit. Ich zu Hause - Büro geschlossen - Kurzarbeit. Existenzangst, Kontaktverbot, leere Sportplätze, leere Stadien, leere Städte, leere Regale. Hamsterkäufe von Idioten. Der Rest der Familie, meine Mutter, ihr Lebensgefährte, mein Bruder. Aktuell unerreichbar. All das innerhalb von 4 Wochen. Alles ist in diesem surrealen Science Fiction Film ein Zustand, mit dem man sich irgendwie arrangiert, arrangieren muss. Der Gesundheit und der Allgemeinheit zu liebe. Natürlich darf man weinen und das nicht zu knapp, tue ich auch. Aber in vielen, von diesen melancholischen Momenten sage ich mir jetzt. Hey, sieh es einfach als Chance. Chance neue Wege zu beschreiten. Wenn wir die Scheiße hoffentlich baldmöglichst überstanden haben, geht es immer irgendwie weiter. Familien werden sich neu sortiert und vielleicht sogar wiedergefunden haben. Solidarität könnte wieder vermehrt im Vordergrund stehen, statt Hass und Hetze. Denn wie wir sehen, haben die populistischen Bestrebungen in Krisensituationen nichts, aber auch gar nichts beizusteuern. Auf der anderen Seite sieht man viele wunderbare und auch kreative Hilfen für ältere und hilfsbedürftige Menschen. Aber auch so, sind die Leute viel netter zueinander, zumindest habe ich derzeit den Eindruck. Ob es an dem entschleunigten Leben liegt?

Und vielleicht hat am Ende sogar das Kapital nicht mehr ganz so viel Macht und Einfluss auf unser aller Leben. Träumen kann man ja.

Ob die Bundesregierung einen guten Job macht, werden wir natürlich erst hinterher sehen, aber vom Gefühl her, wird das Schiff in dieser Krise relativ gut navigiert. Sie versuchen, machen, probieren und nehmen die Bevölkerung mit. Das alles in rasend schneller Zeit und dafür bin ich dankbar. Es ist auch für unsere Politiker eine absolute Ausnahmesituation. Fehler können immer passieren, nicht ausreichend Handeln wäre schlimmer.

Aufpassen müssen wir dennoch. Aufpassen, dass unsere Grundrechte nach dem ganze Shizzle nicht eingeschränkt bleiben. Aufpassen, dass nicht durch die Hintertür bleibende Überwachungsinstrumente installiert wurden, die wir nicht wollen. Aufpassen und dafür kämpfen, dass systemrelevante Berufe in Zukunft besser bezahlt und gewürdigt werden.

Aufpassen, auf unsere Europäische Union, die, wie wir sehen, ganz und gar keine Union mehr ist. Weder hier in Europa, noch an den Außengrenzen, wo viele Menschen auf dringend benötigte Hilfe warten.

Bleibt gesund und kommt gut durch diese Zeit!

Ich geh dann mal wieder joggen. Nachmittags, vor dem Abendessen. Wahnsinn. Hätte mir das wer zum Jahreswechsel gesagt.....