Mit zarten 14 Jahren war ich bereits komplett der elektronischen Musik verfallen… hörte Samstags immer auf DT64/MDR Sputnik die Partyzone mit DJ Marcós Lopez und lag dabei den ganzen Abend vor der Anlage meiner Eltern, um die Mixe der Sendungen auf Tapes mitzuschneiden. Club-Bilder aus der Frontpage und der Schicht (Mag aus meiner damaligen Ecke) faszinierten mich immer mehr. Die Musik, der Bass, die Dunkelheit, die Lichter und Farben, der Nebel, sowie die feiernden Menschen hatten etwas ganz besonderes. Bevor es jedoch auf die ersten Parties der Eiskeller Löbau Crew oder in den Barbarella Club ging, musste ich meine Faszination alleine, zu Hause ausleben, denn meine Freunde konnten den Sounds zunächst so ganz und gar nichts abgewinnen. Das nachfolgende Stück, was ich gerade bei Youtube gefunden habe, war auf so einem aufgenommenen „Partyzone-Tape“ und da fällt mir noch genau ein Abend zu ein, wo ich das so laut, wie es ging in meiner kleinen, aber feinen Bodenkammer rauf und runter hörte. Lichter, so wie in den Clubs hatte ich nicht in meiner Butze, dafür malte ich die Glühbirne der Lampe mit blauer Farbe an. Herrlich die sich dann entwickelten Dämpfe. Auch ne Nebelmaschine fehlte mir, also rauchte ich kurz ein paar Zigaretten und hatte ne richtig gemütliche, blaue und dunkle Clubatmosphäre on the Floor. Naja und der Rest war dann halt tanzen.

Ind-X Records, ein Detroiter Label, auf dem die EP von Halogen 1993 erschienen ist gab es bis ’96. Marcós Lopez macht wohl auch nichts mehr mit elektronischer Musik, wie ich gerade im Netz herausgefunden habe und die Pladde, die ich mir vor einigen Jahren mal bei Ebay besorgt hatte, liegt in der Nähe von Hannover rum und wird mich wahrscheinlich nie wieder sehen. Was solls, dafür kann ich jetzt hier das Ding noch einmal rauf und runter hören. Love it!