narcotic 303 – stairway to the moon (self released)

Alex aka Narcotic 303 wohnt im beschaulichen Schwabenländle, ist  30 Jahre alt und der Vater von zwei Kindern. Er produziert seit Mitte der Neunziger Jahre elektronische Musik und ist unter anderem in der Netlabel-Szene sehr aktiv. Mit „Stairway to the Moon“ erschien heute sein erstes Album, welches er in Eigenregie über Bandcamp vertreibt. Da Alex einer, meiner Google+ Kontakte ist, nutzte ich die Gelegenheit, Ihm ein paar Fragen zu stellen.

Neben Deinem Job, als Familienvater und Produzent bist Du auch der Betreiber des Gleichtakt Netlabels. Wie lange gibt es Gleichtakt schon und was hat Dich motiviert, ein Netlabel zu starten?

Gleichtakt Records wird im November 3 Jahre alt. Als ich von der Creative Commons Musik-Szene erfahren habe, war ich hell auf begeistert. Es war Liebe auf den ersten Blick. Für mich war es immer wichtiger die Aufmerksamkeit für musikalisches Schaffen zu bekommen, anstatt das Geld. Da ich dann merkte, dass ich mit diesen Gedanken nicht alleine stand, war für mich schnell klar, dass ich eine Plattform für junge Künstler bieten möchte und schon war die erste Idee für Gleichtakt geboren.

Und bist Du mit der Resonanz, die Du und die Gleichtakt Artists auf Ihre Veröffentlichungen erhalten zufrieden? Es gibt ja hin und wieder Stimmen, die Netlabels belächeln, unter dem Motto: Was nichts kostet, ist auch nichts.

Leider hat die Szene oft damit zu kämpfen, dass sie belächelt wird. Mittlerweile sehe ich aber darüber hinweg und ziehe das Ding einfach weiter durch. Anfangs war die Resonanz nicht so hoch wie erhofft. Doch mit der Zeit, als auch neue Ideen mit eingeflossen waren, wurde es natürlich mehr. Inzwischen bin ich doch recht zufrieden damit und die Künstler, die auf Gleichtakt releasen auch. Ich arbeite stets daran, dass es noch mehr Resonanz gibt, um den Künstlern das Maximum an Aufmerksamkeit zu bieten. Doch da ich Gleichtakt alleine mache, kann ich leider nicht auf allen Kanälen im Internet zu 100% vertreten sein, zumal ich ja noch ein Reallife habe.

Nach einigen Singles auf diversen Netlabels, hast Du jetzt Dein erstes Album „Stairway to the Moon“ herausgebracht. Wieviel Arbeit und Liebe steckt in diesem Werk?

Ja, endlich das erste Album. Ich habe schon ein paar Mal versucht ein Album zu machen, aber es wurde immer eine EP daraus. Wie viele Stunden ich daran gearbeitet habe, kann ich nicht sagen, aber ich habe im Juni damit angefangen und so gut, wie jede freie Minute daran gebastelt. Selbstverständlich bin ich mit viel Liebe ran gegangen und hoffe, dass ich sie durch meine Musik ein wenig vermitteln kann.

Auf dem Album erwartet den Hörer eine geballte Ladung Dubtechno, mit sehr viel Seele. Ist das auch die Art von Musik, die Dir persönlich am besten ins Ohr geht?

Mittlerweile ja. Anfänglich habe ich zunächst viel Hardcore und Trance gehört. Irgendwann bin ich dann bei Hardtechno gelandet und später zu Minimal übergesprungen. Seit ein paar Jahren bin ich regelmäßiger Dub-Techno Hörer. In dieser Reihenfolge habe ich auch Musik produziert und keine Genre hat mir mehr Spaß gemacht, wie Dub-Techno. Dennoch habe ich einen musikalischen Kontrast und höre noch viele härtere Sachen.

Na zum Glück hört man Deine Hardtechno Roots auf dem Album nicht raus (lach). Hast Du Dich eigentlich bei dem Produzieren der Tracks von einer bestimmten Geschichte, von Bildern oder von anderen Artists und deren Sound inspirieren lassen?

Was mich alles inspiriert hat, kann ich nicht genau sagen. Ich lasse einfach alles auf mich einwirken. Geräusche, persönliches Befinden und andere Dub-Techno Sounds. Man kann sich das wie ein Glas Wasser vorstellen was durch seine Umwelt gefüllt wird und wenn es voll ist, gießt man es in eine Form und hat ein fertiges Produkt, in meinem Fall einen neuen Track.

Direktlink Album-Review

„Stairway to the Moon“ hast Du auf Bandcamp selbst veröffentlicht. Wieso bist Du diesen Weg gegangen und hast das Album nicht bei Deep in Dub – von denen Du ein Angebot hattest – oder auf Deinem eigenen Netlabel herausgebracht?

Gleichtakt Records habe ich von vorn herein ausgeschlossen, weil die Werke auf Gleichtakt kostenlos bleiben sollen. Der Hintergrund ist jener, das ich mal einen alternativen Vermarktungsweg ausprobieren will. Ich kenne den Weg über Netlabels und die kommerziellen Labels und jetzt möchte ich den dritten Weg über die Selbstvermarktung kennen lernen. Bandcamp bietet mir dafür die perfekte Plattform. Ich könnte auch zum Beispiel Jamando nutzen, aber irgendwie spricht mich die Seite da nicht so an.

Mit dem Angebot von Deep in Dub habe ich niemals gerechnet. Ich habe im Allgemeinen mit der Resonanz zu dem Album nicht gerechnet. Sicherlich ist das auch ein super Angebot von Deep in Dub gewesen und ich habe kurz ein paar Tage darüber nachgedacht es dort zu releasen, aber dann hätte ich meinen Weg verlassen, den, warum ich das Ganze mache. Ich habe dem Labelinhaber Maurizio meine Lage erklärt und bin mit ihm so verblieben, das ich extra eine EP für sein Label produzieren werde. Mir ist es dann persönlich auch völlig egal, ob er es unter CC veröffentlichen möchte, oder digital auf Beatport und Co.

Stairway to the Moon ist unter Creative Commons „by-nc-nd“ veröffentlicht und damit konnte ich selber entscheiden, was mit den Werk passiert.

Das Album läuft also unter der CC Lizenz. Wie kann ich mir das vorstellen? Ich kaufe das Album auf Bandcamp für die Minimum 5 Euro und kann es dann anschließend unter den gegebenen Bedingungen einfach so weiter verteilen?

Richtig, durch die gewählte Creative Commons Lizenz ist es erlaubt, das Album unter den genannten Bedingungen weiter zu geben, also nicht kommerziell und nicht bearbeitet! Sicherlich denkt man sich jetzt: „Wie kann man so Geld verdienen?“. Das weiß ich selber noch nicht genau, aber es gibt viele Künstler die es so machen, also probiere ich es auch mal aus. Aus den Erfahrungen von anderen Artists, sind die Leute trotzdem bereit dafür zu zahlen und sogar mehr, als Sie eigentlich müssten.

Dann drücke ich Dir die Daumen für das wirklich sehr schön gewordene Album und bedanke mich für das kurze Gespräch.. nur eines noch kurz.. Welcher Track des Longplayers ist Dein Favorite?

Danke. „Cloudless Sky“ ist mein persönlicher Favorit auf dem Album.

Und diesen Track gibt es jetzt hier in voller Länge.

 

Facts

Artist: Narcotic 303
Title: Stairway to the Moon
Release-Date: 05.10.2012
Genre: Dub-Techno / Deep-Techno
License: by-nc-nd
Mastering: Rolf Zeitz

Download mind. 5 Euro / CD für mind. 10 Euro
http://narcotic303.bandcamp.com/

 

Tracklist

01) Neptun
02) Secret of Angels
03) Stairway to the Moon
04) Red Planet
05) Zeitgeist
06) Cloudless Sky
07) Stars
08) Dark Atmosphere

Weiterer Web Pages: 

www.gleichtakt.net
www.narcotic303.com
www.soundcloud.com/gleichtakt
www.soundcloud.com/Narcotic303
www.facebook.com/gleichtakt
www.facebook.com/Narcotic303

Alex verlost außerdem auf der Website seines Gleichtakt Netlabels 5 CD´s von dem Longplayer.  http://www.gleichtakt.net/index.php?section=contest

[Update 19.10.12] Die CD’s waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Es gibt aber in November einen Nachschub auf der Bandcamp Seite. Ein weiterer Blogbeitrag über das Album ist beim HappyBuddha zu finden.

3 Gedanken zu „narcotic 303 – stairway to the moon (self released)“

Kommentare sind geschlossen.