Das Ende vom Lied? Bestandsaufnahme Netlabels

Die beiden Creative Commons Warriors vom Kleinen grünen Würfel – Frank Christian Stoffel und Marco Trovatello haben für die Kölner Stadtrevue einen sehr lesenswerten Artikel zum aktuellen Stand der Netlabel-Szene veröffentlicht. Natürlich ist dieser Artikel nur ein kleiner Anriss zu einem Thema, bei dem man ganz weit ausholen kann und müsste. Ich tauche darin auch auf, mit zwei Statements, von denen ich eines noch etwas ausführlicher darstellen mag.

rantadi stellt die Gretchenfrage: »Ist den Musikern die Musik nicht mehr wert, als eine billige Fan-Page beim blauen Riesen?« Und führt weiter aus: »Dass man bei Bandcamp nur unter schwierigsten Bedingungen Creative-Commons-Releases findet und ewig lange suchen muss, macht diese Plattform für mich unbrauchbar.«

Ja Bandcamp ist zum Auffinden von Creative Commons Tunes tatsächlich fast unbrauchbar. Und ja, mir ist bekannt, dass man auf der Plattform nach eben diesen besagten Tag suchen kann. Doch schaut Euch dort mal selbst um, wie viele CC Releases von dem Uploader mit diesem Tag versehen sind. Gefühlt, sind das nicht mehr als 10 Prozent. Da das Label oder der Künstler beim Upload einer Veröffentlichung die entsprechende Lizenz ja angeben muss, wäre es doch ein Kinderspiel für Bandcamp eine Suche – genau nach Lizenz – zu implementieren, so wie das zum Beispiel bei Flickr der Fall ist. Ebenso könnte Bandcamp beim Upload die Lizenz automatisch in einen Tag umwandeln. Machen die aber bis dato – warum auch immer – nicht.

Wenn Ihr das auch unterstützen würdet oder wollt, dann schreibt doch Bandcamp bitte einfach mal an. Vielleicht helfen viele Mails und das Feedback diesbezüglich weiter. Die Mail Addy findet Ihr hier ganz unten. Vielen Dank!

Der erste Teil des Statements oben, stammt aus meinen Beitrag – Netlabels im Web – vom letzten Jahr und ist dort ein wenig näher beleuchtet.

Netaudio Breadcrumbs #4

Es wird mal wieder Zeit für eine neue Breadcrumbs Ausgabe, denn in den ersten zwei Monaten dieses Jahres, gab es einige gute Creative Commons Releases im Bereich der elektronischen Musik.

Electrosphere dürfte mittlerweile vielen, als Netaudio Radio Station bekannt sein. Der nun gestartete, gleichnamige Netlabel Ableger, brachte Ende Januar eine Various Artist Compilation mit dem Namen „In the Woods they Dwell“ hervor. Die 12 Tunes dieser ersten VÖ bewegen sich im Dubtechno Gebeat, mal fröhlich, mal melancholisch. Der Opener stammt von Cold Tear Records Resident Giriu Dvasios und mit diesen starten wir nun musikalisch in das Frühlingserwachen.

Giriu Dvasios – Zvaigzdes

Download via Bandcamp unter CC BY-NC-SA 3.0

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Eine weitere, durchaus gute Various Artist Compilation kam bei Drift Deeper heraus. Auf „Slow Living Vol.2“ sind satte 34 Tracks von Newcomern und Netaudio-Veteranen vertreten, die im Großen und Ganzen ebenfalls im Dub / Deeptechno Bereich anzusiedeln sind. Zwei, meiner Favoriten sind von Lusi Mel und Ivanov.

Lusi Mel – This That Deep Ish

Ivanov – Grey Journey

Download via Archive.org unter CC BY-NC-ND 3.0

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@GrizDub, der bei den blog.rebellen die DubocalypseWednesday Radioshow hostet, postete auf Twitter die sehr feine Big Daddy EP vom Heidelberger Subbass Netlabel. Masta Junga präsentiert hier zwei soundtechnisch ähnliche, ordentlich nach vorne wobbelnde Dubstep Tracks.

Masta Junga – Big Daddy Riddim

Download via Bandcamp unter CC BY-NC-ND 3.0

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Und um so annähernd in diesem Genre zu bleiben, schauen wir auf das letzte, überaus gelungene Dubophonic Release von Koncrete Roots, einem englischen Reggae und Dub Producer. Sein „Dub in the Midlands“ Album kann man von vorn bis hinten wunderbar durchhören. Schöne Dub-Sounds und keiner, der darauf enthaltenen 10 Tracks fällt qualitativ heraus!

Koncrete Roots – Warehouse Dub

Koncrete Roots – Inity Step

Download via Bandcamp unter CC BY-NC-ND 3.0

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Experimentelle Sachen habe ich früher gern und oft gehört, doch der Zugang dazu wird von Zeit zu Zeit immer schwieriger. Sei es dem Alter geschuldet oder diverser anderer Faktoren… keine Ahnung. Hin und wieder geht es dann aber dennoch mal wieder, so wie bei dem fantastischen „Lunar Morphics“ Remix von Huron, der auf dem Crazy Language Album „Astravel“ von Sk´ p zu finden ist. Und nicht nur dieser Remix vom Labelhead ist großartig, sondern auch das Album an sich, was mit jedem Hören immer besser wird. Die Artwork von Sarge GrafX ist zudem richtig edel.

Sk´ p – Lunar Morphics (Huron Remix)

Download via Bandcamp unter CC BY-NC-ND 3.0

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Ein ziemlich schräges Album gab es in diesem Monat beim Kleinen grünen Würfel. Erich Schall legte dort einen Longplayer hin, auf dem er mit vielerlei Sounds herum spielt, die genial verbaut sind, aber für so manchen sicher schwer verdaulich sein dürften. Seit längerer Zeit, eine der kreativsten Produktionen, die im Creative Commons Bereich das Licht der Welt erblickten. Davon gibt es jetzt zunächst meinen Favoriten „The Case“ und im Anschluss daran mit „Slowendtheory“ ein wenig uff die Fresse.

Erich Schall – The Case

Erich Schall – Slowendtheory

Download via Album-Page unter CC BY-NC-ND 4.0

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Kurz zurück zu Deep and Dubtechno. Eine, seit Jahren hierfür recht gute Adresse, ist das Leipziger Insectorama Netlabel, welches hier auch des öfteren mal im Blog auftaucht. Die neueste Veröffentlichung stammt vom Spanier Frictional Transmission, der mich mit seinem Eingangstrack „Development of Textures“ soundmässig so richtig schön auf die Sommerwiesen schickt. Liegend, ein Grashalm im Mund, über mir der blaue Himmel und ein paar kleine Wolken, die in den Stunden vorüberziehen.

Frictional Transmission – Development of Textures

Dwonload via SonicSquirrel unter CC BY-NC-ND 2.0

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Mit einer Liveaufnahme vom Wild & Scenic Festival soll es das gewesen sein für heute. Die Aufnahme stammt von den beiden Artists Wavespan und Andjru Werderitsch und wurde im Rahmen des „Variation:Repetition“ Albums auf dem Silent Flow Netlabel herausgebracht. „Invocation / Forest Dub“ vereint auf 16 Minuten NatureSounds, Didgeridoo und seichte Beats miteinander. Gute Reise!

Wavespan & Andjru Werderitsch – Invocation Forest Dub Live

Download via Labelpage unter CC BY-NC-ND 3.0

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purer luxus

Geht es jetzt hier um sündhaft teure Waren oder ein Leben in Saus und Braus? Nein, natürlich nicht!

Vielleicht sagt dem Einen oder Anderen im Raum Köln der Begriff „Purer Luxus“ noch etwas, denn dies war eine Konzertreihe, die von 2003 bis 2006 regelmässig im Kölner Kunstwerk stattgefunden hatte. Dort wurde unbekannten Bands und Künstlern eine Plattform geboten und den Gästen bei freien Eintritt ein Zugang zu neuen, musikalischen Entdeckungen. Die Reihe kam gut an und den Musikern konnte dank dem Verzehr der dort anwesenden Gäste sogar eine kleine Gage gezahlt werden. Reich geworden ist damit keiner, aber das war auch nicht der Sinn der Konzertreihe, denn es sollte einzig und allein, um die Musik gehen.

Zu den damaligen Mitorganisatoren zählten Hans-Axel Kemna und Frank-Christian Stoffel. Stoffel selbst ist uns auch bekannt, als „Das Blaue Monster“ und Head von „Der Kleine grüne Würfel„, einem Netlabel, das er gemeinsam mit Marco Trovatello betreibt.

Die Drei stellen gemeinsam mit Simon Kottke den Vorstand, des im Dezember 2012 neu gegründeten, bereits eingetragenen und gleichnamigen Vereins „Purer Luxus“, bei dem es um die Förderung von Kunst und Kultur als Gemeingut geht.

Um das noch einmal etwas ausführlicher zu beleuchten, zitiere ich von der Website:

logo2Purer Luxus fördert Kunst und Kultur auf dem Gebiet der Gemeingüter, der so genannten Allmende. Es geht um Musik, aber auch um weitere Kulturgüter und deren freie oder zumindest rechtlich einfache sowie faire Zugänglichkeit und Verbreitung. In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns mit freien Lizenzmodellen wie bspw. dem von der gemeinnützigen Organisation Creative Commons zur Verfügung gestellten – aber auch mit Aspekten der Gemeinfreiheit.

Wir wollen die öffentliche Diskussion zum Thema Kreative Gemeingüter intensivieren – und das nicht nur in der digitalen Welt. Mithilfe von Konzerten, Lesungen, Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Diskussionsrunden, Barcamps oder Konferenzen wollen wir zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen. Kreativschaffende, die ihr Werk als Gemeingut oder mithilfe freier Lizenzen zur Verfügung stellen wollen, werden wir dabei ebenso unterstützen wie Leser, Hörer oder sonstige Nutzer.

Da der Verein noch recht jung ist, kann er sicher eine ganze Menge Unterstützung und Mitglieder gebrauchen. Eine Mitgliedschaft gibt es für recht schmales Geld und ich bin gespannt, was man in der nächsten Zeit so alles von „Purer Luxus“ hören wird. Die Ziele und die Umsetzungsansätze überzeugen auf jeden Fall und ich werde mich wohl nach dem Sommer um eine Fördermitgliedschaft kümmern.

Ausführliche Infos gibt es http://www.purerluxus.org/
Twitter @PurerLuxuseV

spacenight und cc musik – ein test

Marco Trovatello vom „Der Kleine grüne Würfel“ Netlabel hat mal ganz fix einen Test gemacht, ob denn CC Musik für die Spacenight funktionieren würde. Ich finde, es funktioniert. Vom Bayerischen Rundfunkt gibt es bisher übrigens noch keine Neuigkeiten, denn die Meldungen von dieser Woche, wollten Sie ja noch nicht gänzlich bestätigen, wie zum Beispiel, bei heise online zu lesen war.

Bestätigung vom Bayerischen Rundfunk

Der Track ist von Finn Tark (They never walk alone) und wurde released unter Creative Commons by-nc-nd 2.5 License

Das Filmmaterial besteht aus Zeitraffer-Aufnahmen des NASA Crew Earth Observations Experiment. Es ist frei und unterliegt nicht dem Urheberrecht. Danke Marco!

Space Night & CC-Musik: So könnte es aussehen from Bleed Air on Vimeo.

tonmagnet podcast 15 – der kleine grüne würfel

Zweieinhalb Stunden geht der heute erschienene und sehr interessante Tonmagnet Podcast, bei dem Marco Trovatello und FC Stoffel vom Der kleine grüne Würfel Netlabel zu Gast sind. In der Zeit unterhalten sich die Moderatoren Jens und Daniel mit den Beiden etwas über das Label an sich, über die Zukunft von Netaudio, über rec72, Raubkopien, Zoe.Leela, C3S, neue Projekte und enGage.

Download und Gewinnspiel zur Sendung auf Tonmagnet
Veröffentlicht unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/

Tonmagnet Podcast 15 – Der kleine grüne Würfel