netaudio breadcrumbs #2

Leipzig und Netaudio, das passte immer gut. Denken wir da zum Beispiel an das einst freie Instabil, an Insectorama oder an das großartige 1Bit Wonder Netlabel, dessen Back-Katalog sich nach über 5 Jahren glücklicherweise noch immer im Netz befindet. Seit 2011 gibt es nun einen neuen Player am Leipziger Netlabel Himmel, auf dem ich durch die tolle Coverart in Retro-Briefmarkenform aufmerksam geworden bin – Esoulate Music. Esoulate selbst gibt es schon seit 2003 als Event und Booking Agentur und mit dem Label, auf dem die eigenen Acts promotet werden, kommt man nun auch schon auf insgesamt 9 Veröffentlichungen, deren Cover ich mal in eine kleine Galerie, umhüllt von zwei Hörbeispielen, gepackt habe.

Die Musik, die überwiegend aus dem Minimal und Techno Bereich kommt, wird unter der CC BY-NC-ND 3.0 Lizenz released.

Simon Sunset – Watching Birds (em008)

Marco Marset – Flamingo Bar (em007)

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Marco Trovatello hat für die Kölner Stadtrevue einen lesenswerten Artikel über Netzmusik Podcasts, Blogs und Netzines geschrieben. Nichts neues, für Leute, die sich in diesem Metier bewegen, aber für alle anderen ein kleiner und interessanter Überblick – auch wenn dort ein Netaudio Blog definitiv fehlt.. hrhr

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Wir haben Anfang April und der neue Machtdose Podcast von Roland Graffé ist im Netz. Wie immer, stellt er eine bunte und interessante Mischung aus freier Netzmusik vor. Roland betreibt außerdem auch das Tumblog Netlabel Covers, was immer einen Besuch wert ist.

Direktlink

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Das polnische Qunabu Netlabel hat es nach über einem Jahr geschafft, die Website zu überarbeiten und wieder vernünftig online zu stellen. Ob von dem Deep und Dubtechno Label in nächster Zeit was neues kommt, wird sich zeigen. Wer die Musik dort noch nicht kennt, sollte sich durch den lohnenswerten Back-Katalog wühlen.

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Auf Groovecaffe kam gestern die „be forgotten EP“ des Japaners dtf (Makoto Katagiri) heraus. Neben dem sehr schön kreierten Cover überzeugt mich dort allerdings nur ein Track den ich Euch aber nicht vorenthalten möchte. CC BY-NC-ND 2.5

Bullet Hole

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Abschließen möchte ich die zweiten Breadcrumbs mit einem Video von Small Colin, den ich hier schon einmal hatte. Der Track stammt von seinem Longplayer „Tape Productions„, der auf rec72 veröffentlicht wurde. Das Video produzierte Akustikfilm.

Small Colin – Red Wine from akustikfilm on Vimeo.

timo eckert – der traum

Keine Ahnung mehr, was genau ich auf Vimeo vor ein paar Wochen gesucht habe. Auf jeden Fall kam mir dabei eine Arbeit von Timo Eckert auf den Bildschirm, die ich in seinen ersten Versionen und Tests (die er auf die Plattform hochgeladen hatte) schon recht gut fand. Es ging um die Visualisierung eines Gedichtes von Jakob Wassermann (Der Traum), was wohl eine Projektaufgabe an der Hochschule Hannover (University of Applied Sciences and Arts) gewesen ist. Die Finale Version ist klasse geworden und sofern Ihr das gesprochene nicht gänzlich verstehen könnt, hier noch mal in Schriftform. Eine weitere visuelle Umsetzung des Gedichtes gibt es von We think Things. Tolle Arbeit, tolles Gedicht!

Der Traum

Die Fiktion einer Welt
die der wirklichen Welt unter allen
Umständen überlegen ist.

Was wir Ewiglichkeit heißen,
dauert immer nur so lange,
wie der Mensch lebt, der sie
fasst und anschaut.

Dort aber handelt es sich gleichsam
um unvergängliche Wirklichkeiten,
um überirdische Gebilde,

bestehend aus Geist,
Sehnsucht,
aus Fantasie,

aus Träumen.

Der Traum Final 3 from Timo Eckert on Vimeo.

netlabel track of the week #42-12

Man muss auch mal eine Serie beginnen wollen und deshalb gibt es hier jetzt kontinuierlich den Netlabel Track der Woche. Den Anfang macht das IDM Stück „Alpha Dromayo“ von Bitbasic, das von seinem dritten Album (Meek) auf rec72 stammt. Das Kölner rec72 Netlabel von Marco Medkour, feiert mit diesem Album übrigens sein 50.Release, wozu man, neben der 5jährigen Labelhistorie, herzlich gratulieren kann. Freuen kann man sich zudem auch auf den Tonmagnet Podcast im November, bei dem es sich um das Label drehen wird.

Style: IDM
Album Download
Lizenz: CC by SA 3.0

Alpha Dromayo by Bitbasic

Cover Artwork by David Drake

(via Progolog)

boom festival 2012 – you’ve got the love

In diesem Jahr war wieder das Boom Festival in Portugal und ich habe jetzt schon ein paar Tage nach einem ähnlich liebevollen Video, wie im Jahre 2010 gesucht. Da kam aber bisher noch nichts so wirklich ran. Der nachfolgende Beitrag ist jedoch von den Aufnahmen her, recht nett gemacht. Und auch wenn die Musik nicht unbedingt zu einem Psy Festival passt – „you’ve got the love“ geht irgendwie immer.


Boom Festival 2012 from Narna Tv on Vimeo.

Hier auch noch ein Photo- Zusammenschnitt..
Boom Festival 2012 from Pedro Martins on Vimeo.

aeronautique netlabel – freund der familie

Aeronautique war ein Netlabel Projekt von Klaus Rakete und Mirko Hunger, aka Freund der Familie. Die beiden starteten das Label 2006 mit der eigenen „Thoughts EP“, die zuvor bereits auf Broque veröffentlicht wurde. Bis 2010 gab es dort insgesamt 10 Releases zum freien Download unter CC-Lizenz, sowie 8 Mixe. Zu den Artists gehörten, neben dem Duo unter anderem Musiker, wie Havantepe, Anton Lanski und Dimitar Dodovski, den ich damals – hier schon ganz kurz empfohlen hatte.

(Haventepe – Suprasternal Notch – aero 007)

Da die Releases vom Aeronautique Netlabel schon seit einer ganzen Weile nicht mehr online erhältlich sind, habe ich bei Freund der Familie, kurz genannt FDF angefragt, ob ich die auf meiner Platte vorhandenen, der Nachwelt erhalten kann. Da es sich hierbei nur um drei EP´s handelte, waren die beiden so nett, mir nach der Zusage noch Weitere kurzfristig zur Verfügung zu stellen, sodass der Katalog jetzt fast vollständig ist und ein weiteres Stück Netaudiokultur am Leben bleibt. Ihr könnt Euch die Veröffentlichungen nun nachfolgend unter der CC BY-NC-ND 2.0 Lizenz saugen.

(Freund der Familie – Julia – aero 002)

Die aero 001 verlinkt auf das Broque Netlabel, da die EP dort noch online steht und Ihr auch ruhig mal wieder den abwechslungsreichen Broque Katalog da durchstöbern könnt. Der Rest liegt in meiner Dropbox.

aero 001 – freund der familie – thoughts ep (released on broque.de)
aero 002 – freund der familie – rauhfaser ep
aero 003 – freund der familie – frau aussendienst ep
aero 004 – parasit – sommerwurz ep
aero 005 – rainer liest – klingeltonromantik ep
aero 006 – duke of zuke – volcanoes in f#
aero 007 – havantepe – remains of someone special ep
aero 008 – anton lanski – vnemenia ep
aero 009 – dimitar dodovski – internal affairs ep
aero 010 – v.a. – final round

FDF stand übrigens nicht nur hinter dem Aeronautique Netlabel, sondern auch hinter Koax Records, einem Digital-Label, dessen letzte VÖ ebenfalls aus dem Jahre 2010 stammt. Momentan liegt der Fokus der Beiden auf dem gleichnamigen Label „Freund der Familie“, auf dem seit 2008 limitierte Vinyl-Scheiben released werden. Die Veröffentlichungen sind jedoch auch in den meisten mp3 Stores, wie Beatport oder bei Clone Records und was es sonst noch so gibt zum Download vorhanden. Eine gute Komplett-Übersicht des Labels bietet da natürlich Discogs und anhören kann man die aktuellen Arbeiten auf Soundcloud.

Andere CC-Releases von dem Duo gab es auf dem russischen Netlabel Cism, das trotz aller Bekundungen, seitens des Machers, eingeschlafen zu sein scheint und auf Broque – die Luftikus E.P.

Vielen Dank an Klaus Rakete und Mirko Hunger!

evosonic radio – das war die birthday show

Nach satten 12 Stunden Radio hören, fragte man sich nur Eines: Warum nicht öfter? Am 01.Mai 2012, genau 15 Jahre nach dem ersten Sendestart des Kult-Radios für elektronische Musik, sendeten die damaligen Evosonic Crew Mitglieder Andy Baar, Markus König, Janja, Ponch Mann, Mike S. und kurzfristig auch noch der angereiste Thorsten Mesrine (Paradise FM / Fluffy Ambient Garden) das alte Lebensgefühl – Evosonic – erneut in die Welt. Und nicht nur die Protagonisten feierten das, sondern auch die vielen Evo Fans, die unter anderen spontane Gartenparties organisierten und davon auch Bilder in die Facebook Gruppe posteten. Übertragen wurde per livestream.com, wodurch man die Show nicht nur „Hören“, sondern auch in den Sendekeller reinschauen konnte. Neben einer ganzen Menge an toller Musik wurden Fotos aus längst vergangenen Tagen gezeigt, Partydates gebracht und wie immer mit Spaß, lässig und locker gelabert. Eben genau, wie früher.

Bleibt mir nur Danke zu sagen, für dieses tolle Erlebnis, für den Flashback am Ersten des Monats Mai. Es war schön, alte Bekannte im Chat wieder lesen zu können und den Spirit Evosonic nach langer Zeit erneut in sich aufzusaugen. Und wie ich es auf Facebook geschrieben hatte:

Das am 01.05.2012 ist wie eine Ex, die Dich nach Jahren mal wieder besuchen kommt und die man nie aufgehört hat, zu lieben. Man wünschte, sie würde bleiben.

Wer sich die einzelnen Teile der Show anhören / ansehen will, kann dies unter livestream.com/evosonic jederzeit tun.

Evosonic Website
Evosonic Blog
Facebook Gruppe

könig von thule – goethe.rmx

König von Thule ist ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe und gleichzeitig auch ein Track aus dem „Deutsche Lieder“ Album von Emil Klotzsch. 9 Künstler aus aller Welt remixten in einem Projekt von „goethe.rmx“ Klotzsch´s Titel. Da sind am Ende wirklich schöne Sachen herausgekommen, welche man sich nun auf der Seite des Goethe Institutes anhören kann. Am besten gefällt mir der nachfolgende Beitrag von ION aus Griechenland..

Goethe.rmx ist ein Gemeinschaftsprojekt der Goethe-Institute Australien, Belgien, Brasilien, Griechenland, Kanada, Polen, Russland, Tschechien, Ungarn und des Internet-Bereichs der Zentrale des Goethe-Instituts in München.

evosonic radio – dornröschen will wachgeküsst werden

Im Dezember letzten Jahres berichtete ich über neue Hoffnungen, in Bezug auf eine Auferstehung von Evosonic Radio, dem einstigen Rundfunksender für elektronische Musik. Ende der 90er war Evosonic rund um die Uhr via Kabel und Satellit „On Air“ und hatte sich durch ein einzigartiges Konzept, sowie einem ebenso einzigartigen Team, eine große Fan-Gemeinde erarbeitet. Aus diversen Gründen wurde im Oktober 1999 der Sendebetrieb eingestellt. Wie Evosonic war und wie man die Kultur der elektronischen Musik zelebrierte, kann man übrigens wunderbar im Evo-Archiv nachverfolgen, wo es unzählige Sendungen, Jingles und Info’s für die Festplatte gibt. Danach wissen alle, die die wunderbare Zeit nicht miterleben konnten, dass es derart vergleichbares niemals mehr gegeben hat.

Meine Hoffnungen auf ein Comeback begründeten sich ausschließlich auf einen Inhaberwechsel bei der Domain www.evosonic.de, mit dem neuen Besitzer DJ Mike S. (Chris-Maico Schmidt). Der DJ und Producer war damals Programmchef und Geschäftsführer des Senders und gleichzeitig auch noch Musikredakteur für eigene Show-Formate auf dem Kanal. Wenn es einer schaffen kann, das Dornröschen Evosonic aus dem Schlaf zu holen, dann er – gemeinsam mit einem starken und erneut fantastischen Team!

Nachdem auf der Evosonic Website dann eine E-Mail Adresse mit dem Namen „comeback“, verbunden mit einem Fragezeichen veröffentlicht wurde, war es an der Zeit, DJ Mike S. ein paar Fragen zu stellen..

[rantadi] Vor etwa einem halben Jahr ist die Website http://www.evosonic.de von Frank Heitmeyer, dem damaligen Hauptgesellschafter von Evosonic Radio, in Deine Hände übergeben worden. Unter der Internetadresse steht eine Comeback? Mailadresse, die einige eingefleischte Fans tatsächlich, nach mehr als 10 Jahren, auf einen Neustart des Senders hoffen lässt. Hast Du über diese Adresse viele Zuschriften erhalten?

[Mike S.] Ja…..und das ohne Werbung!!!!

[rantadi] Waren diese Zuschriften überwiegend aufmunternd oder eher in Form von „Es ist jetzt zu spät für ein Comeback“?

[Mike S.] Nur positive Aufmunterungen, gespickt mit viel Neugierde…

[rantadi] Evosonic Radio gab damals, durch den wirklich überragenden Informationsgehalt zur elektronischen Musik, der Szene ein Gesicht. Bist Du auch der Meinung, dass die Vielfalt und die Entwicklung dieser Szene mehr denn je ein solches Gesicht wieder braucht?

[Mike S.] Eindeutig ja. Wir waren damals unserer Zeit weit voraus. Heute braucht man es mehr denn je. Trotzdem hat es bis heute niemand geschafft, etwas ähnliches zu platzieren.

[rantadi] Wenn ich in diesen Kontext zurück denke, wie damals Platten vorgestellt wurden, wie man Partydates verkündet hatte, Technik erklärte und den DJ´s eine einmalige Plattform bot, dann sollten doch gerade diese Zweige (Labels/Clubs/DJ´s), trotz der gewaltigen Veränderung in der medialen Landschaft ein erhöhtes Interesse daran haben, wieder so eine zentrale Anlaufstelle für die elektronische Musikkultur zu bekommen, um davon auch profitieren zu können. Siehst Du in dieser Hinsicht Chancen eine Vielzahl von Labels/Clubs und DJ`s für ein eventuelles Comeback von Evosonic mit ins Boot zu bekommen?

[Mike S.] Ja. Da die meisten ja Geld damit verdienen, oder verdienen wollen. Jetzt ist die Zeit reif….fast schon überreif.

[rantadi] Viele interessiert natürlich wie ein Comeback in etwa aussehen könnte. Kannst Du dazu schon etwas sagen oder ist man noch in der Ideenfindung des Ganzen? Welches Team steht hinter Dir? Vielleicht ein paar alte Bekannte?

[Mike S.] Leider kann ich dazu noch nicht viel sagen. Nur soviel: Das gleiche Konzept, mit dem fast gleichen Team, nur wirtschaftlich Wettbewerbs fähiger…also strukturierter..dass wäre ein Traum!

[rantadi] Wenn alte Evosonic Fans Euch für ein eventuelles Comeback gern unterstützen wollen, was könnten Sie tun?

[Mike S.] Das ist eine gute Frage, die ich nicht beantworten kann. Natürlich wäre eine Plattform, finanziert durch den privaten User, am unabhängigsten. Die Unabhängigkeit  hat unser Programm damals schon geprägt. Wir müssen ein Modell finden, das es wieder so wird, wie es war,  nur mit dem Unterschied, dass die die für dieses Programm sorgen, auch davon leben können.  Was auch immer der Einzelne dafür tun muss/kann, wird sich zeigen. Lassen wir es auf uns zukommen..

Vielen Dank für die Antworten an DJ Mike S!

Eine Plattform – Community – finanziert durch den/die privaten User wäre wohl sicherlich möglich. In Form des Neukult’s oder des Evo-Club’s (R.I.P.), als Verein gab es da ja bereits letzlich schon gute Ansätze – heuer vielleicht noch weitaus besser umsetzbar! Auf jeden Fall machen die Aussagen wirklich Freude, auf eine mögliche Wiedergeburt des Radios und so rein vom Gefühl her, waren wir lange nicht mehr so nah dran an der Chance, wie jetzt – egal, wie lange es auch noch dauern mag!

Website von DJ Mike S.
Forums-Thread von Evosonic Fans

biss.fm – don quixote in sachsen?

In einem anderen Blog bin ich auf ein Radioprojekt gestoßen, was sofort meine Zustimmung fand – Biss.FM. Es will gegen den Dudelfunk im sächsischen Hoheitsgebiet ankämpfen und ein alternatives, junges  und frisches Radioprogramm etablieren. Dieses soll dem Kommerz-Denken der üblichen Radiostationen mit Kultur und Information Paroli bieten. Ins Leben gerufen haben Biss.FM verschiedene Akteure der Jugendkultur in Sachsen, auch aus dem Bereich der elektronischen Musik. Unterstützen kann man das Projekt und die Forderung an die sächsische Landesmedienanstalt in dem man sich hier einträgt. Seien wir mal ehrlich.. das letzte vernünftige, was ich in der Region gehört habe, war DT64 und Sputnik in seinen Anfängen. Es wird also Zeit, daran was zu ändern. Mein Autoradio wird es danken! Allerdings werden die Chancen dafür wohl eher gering sein.